Gesundheit - Das A und O

Rosinen - Vergiftungsgefahr für Hunde in der Vorweihnachtszeit

von Jessica Albers - 17 Dec, 2021

Rosinen - Vergiftungsgefahr für Hunde in der Vorweihnachtszeit

Gerade in der Vorweihnachtszeit kommen wir an keinem Schmausklassiker vorbei, ohne ihn nicht genüsslich essen zu wollen. In kaum einer anderen Jahreszeit wird so viel genascht wie in der festlichen Adventszeit. Über Marzipan, Spekulatius, Lebkuchen und selbst gebackenen Plätzchen bis hin zum Stollen. Alles versetzt uns sicherlich in so manche Kindheitserinnerung zurück oder hinterlässt ein wohliges Gefühl.

Doch aufgepasst! Gerade der aromatisch riechende Stollen kann in einem Haushalt mit Hund schnell verheerende Folgen haben, wenn versehentlich Krümel auf den Boden fallen. Einmal nicht aufgepasst oder die Fellnase hat sich schneller als ein Staubsauger die heißersehnten Krümel geschnappt und verschlunge. Der Verzehr kann lebensgefährliche Folgen haben.

Grund sie die darin enthaltenden Rosinen. Viele wissen vielleicht, dass Weintrauben zu den Lebensmitteln zählen, die bei Hunden schwere – oft lebensgefährliche – Vergiftungserscheinungen verursachen. Rosinen sind da bei Weitem nicht anders, schließlich sind sie die getrockneten Früchte der Weintrauben. Im Vergleich zu den Weintrauben sind die Rosinen sogar noch gefährlicher, da sie in getrockneter Form konzentrierter sind und somit weitaus toxischeres Potential aufweisen.

Es heißt, dass etwa 10-30 Gramm Weitrauben pro Kilogramm Körpergewicht des Hundes, zu einer Vergiftung führen können. Dies wären z.B. bei einen 20kg schweren Hund 200-300 Gramm Weintrauben.
Im Vergleich dazu sollen Rosinen bereits ab 3 Gramm pro Kilogramm Körpergewicht des Hundes lebensgefährlich sein. Dies sind bei unserem 20kg Hund bereits 60 Gramm Rosinen.

Doch auf diese Angaben sollten wir uns nicht verlassen. Es gibt eigentlich keine bestimmte Menge ab wann Weintrauben oder Rosinen bei dem Hund für Vergiftungserscheinungen sorgen können. Denn dieses ist zum einen aufgrund der individuellen Größe und des Gewichtes verschieden, zum anderen reagiert aber auch jeder Organismus unterschiedlich empfindlich. Manche Hunde können geringe Mengen fressen, ohne Vergiftungserscheinungen zu bekommen, bei anderen Fellnasen reicht teils schon eine einzige aus.
Was genau an Weintrauben und Rosinen so giftig für Hunde ist, wird zurzeit noch erforscht. Dabei spielt es keine Rolle, ob das rohe oder getrocknete Obst z.B. mit Spritzmittel behandelt wurde.

Erste sichtbare Anzeichen einer Vergiftung durch Weintrauben oder Rosinen beim Hund können Erbrechen, Bauchschmerzen, Zittern, Trägheit, Appetitlosigkeit bis hin zu einem verminderten bis kein Urinabsatz (weil kein Urin mehr produziert wird) sein.
Zeigt der Hund eines dieser Symptome oder steht auch nur der Verdacht im Raum, dass er Rosinen oder Weintrauben gefressen haben könnte, muss umgehend ein Tierarzt aufgesucht werden. Innerhalb von ein bis zwei Stunden nach Verzehr kann beim Hund Erbrechen ausgelöst werden, um das giftige Obst wieder gefahrlos aus dem Körper zu bekommen.
Ist im Blutbild aber bereits eine Hyperkalzämie – ein zu hoher Kalziumgehalt -, sowie zu hohe Nierenwerte nachgewiesen, benötigt der Hund intensivmedizinische Betreuung und eine Infusionstherapie, um ernsthafte Schädigungen der Nieren zu verhindern.
Im allerschlimmsten Fall können sie innerhalb von 24-72 Stunden zum akuten Nierenversagen führen. Manchmal kann dies aber mit einer rechtzeitigen Behandlung verhindert werden, sofern die Vergiftung nicht zu stark oder zu weit fortgeschritten ist.

Lagere deshalb bitte deine Weintrauben außer Reichweite von deinem Hundeliebling. Sie vorsichtig beim Verzehr von Stollen, Müsli, Nussmischungen etc., sodass nicht versehentlich doch noch etwas herunterfällt und füttere auch nicht aktiv deinen Hund mit Weintrauben oder Rosinen. Dies kann lebensgefährliche Folgen haben!

Zur Ablenkung, während dieses genussvollen Weintrauben- oder Rosinenmomentes für dich, kannst du deinem Liebling mit seinem Lieblingsknochen verwöhnen. Da ist alles andere für ihn sicherlich äußerst uninteressant.

Auch Schokolade gibt es in der Vorweihnachtszeit in Hülle und Fülle. Diese ist ebenfalls für Hunde lebensgefährlich. Für mehr Informationen kannst du "Ostern für mich bitte ohne Schokolade" in Grobys Blog lesen. Weitere Infos für Weihnachten findest du in "Tierische Weihnachten – So feiert ihr gefahrlos mit eurem Vierbeiner".

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